
Die Finanzierung der kirchlichen Dienste wird aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen zunehmend schwierig. Die Diözese trifft deshalb Vorkehrungen, um auch in Zukunft diese notwendigen Berufe in der Seelsorge zu ermöglichen. Dies ist der zentrale Auftrag der Bischof-Moser-Stiftung.
Sie setzt einen besonderen Akzent auf innovative Seelsorgeprojekte, die ohne eine entsprechende finanzielle Absicherung gar nicht oder nur schwer verwirklicht werden könnten.
Im Jahr 2011 fördert die Stiftung folgende pastorale Projekte:

1.
Kirche-Bildung-Schule
Die Institution Schule befindet sich in einem intensiven Wandlungsprozess.Sie bekommt zunehmende Bedeutung als Lebensraum für ihre Schüler. Schulen bekommen mehr Eigenständigkeit und können sich weit besser als bisher in das Gemeinwesen hinein vernetzen. An dieser Entwicklung möchte die Kirche frühzeitig beteiligt sein. So wurde das Projekt „Kirche-Bildung-Schule“ im Dekanat Ludwigsburg erarbeitet, damit Kirchengemeinden zu Partnern der Schulen werden können. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen ganzheitliche Bildung anbieten - das ist Dienstleistung im Sinne Jesu,“ sagt die Leiterin des Projektes Gabriele Gostner-Priebe. Sie begleitet Ehrenamtliche, die mit ihren Begabungen in diesem Projekt mitarbeiten. Die Teilzeitstelle der Pastoralreferentin Gostner-Priebe wird von der Bischof-Moser-Stiftung für drei Jahre finanziell gefördert.

2. Projekt Junge Erwachsene
Junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren stehen gewissermaßen in einem „pastoralen Niemandsland“. Der kirchlichen Jugendarbeit sind sie entwachsen; die Zeit, in der durch Hochzeit und Taufe der Kinder wieder ein Kontakt zur Kirchengemeinde entsteht, liegt noch in der Zukunft. Und doch stehen gerade in dieser Lebensphase Entscheidungen an, wird nach persönlichen und beruflichen Wegen gesucht, ist Orientierung gefragt. Angebote seelsorgerlicher Begleitung können dann von großer Bedeutung sein. Das Projekt „Junge Erwachsene“ will Frauen und Männer in diesem Alter an ihren Lebensorten begegnen und sie in ihren Lebensfragen begleiten. In Abstimmung mit dem Bischöflichen Jugendamt in Wernau finanziert die Bischof-Moser-Stiftung seit drei Jahren eine 50 % Seelsorgerstelle, welche mit einer jungen Theologin besetzt ist.
3. Projekt „Seelsorge in der Domäne Hochberg, Ravensburg“
Der Stadtteil „Domäne Hochberg“ in Ravensburg-West gehört zur Kirchengemeinde Zur Heiligsten Dreifaltigkeit. Die Besonderheit an diesem Stadtteil ist der hohe Anteil an Familien und Einzelpersonen mit Migrationshintergrund. Ein Anteil von 65 % der Bewohner kommt aus der ehemaligen Sowjetunion, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei. Die Kirchengemeinde engagiert sich für diese Bewohner sowohl in sozialer als auch seelsorgerlicher Hinsicht. Eine Pastoralreferentin hat einen Teilauftrag, um verstärkt in der Seelsorge in diesem Stadtteil arbeiten können. Die dadurch entstehende Personalkosten trägt die Bischof-Moser-Stiftung. Sie fördert damit ein innovatives Projekt, in welchem die Gemeinwesenarbeit und die Seelsorge einer Kirchengemeinde in vorbildlicher Weise miteinander vernetzt werden.

4. Projekt „Seelsorge in der vierten Lebensphase, Ulm“
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde das Projekt „Pastoral in der vierten Lebensphase - Altenpflegeheimseelsorge als Aufgabe der Gemeindeseelsorge“ entwickelt, welches nun an verschiedenen Standorten umgesetzt wird. Die Kath. Gesamtkirchengemeinde Ulm hat sich beworben, sich an diesem Projekt beteiligen zu können. Dies ist nur mit einer zusätzlichen 50 % Personalstelle eines Seelsorgers möglich. Er soll im Rahmen des Projektes die neuen Wege einer verbesserten Seelsorge für hochbetagte Menschen erproben. Die Bischof-Moser-Stiftung wird die entstehenden zusätzlichen Personalkosten in Ulm für drei Jahre finanzieren.
5. Ausbildung junger Organisten
Das Amt für Kirchenmusik und die Bischof-Moser-Stiftung haben gemeinsam ein Programm zur „Förderung der Ausbildung von Organisten“ entwickelt. Aus diesem Programm wird der Anfängerunterricht für Jugendliche finanziell gefördert, wenn die betreffende Kirchengemeinde ihrerseits bereit ist, einen finanziellen Beitrag dazu zu leisten. Von diesem Programm profitieren vor allem Jugendliche aus Familien mit mehreren Kindern und Kirchengemeinden mit Organistenmangel. Die Heranbildung von Nachwuchsorganisten ist für kleinere Gemeinden sehr wichtig, damit auch in Zukunft ein Orgelspiel den Gesang der Gemeinde begleiten kann.
Seit Oktober 2008 wurden 50 Anträge auf Förderung positiv entschieden. Die Bischof-Moser-Stiftung finanziert dieses Förderprogramm mit jährlich 5.000 €.
Nutzen Sie diese Gelegenheit und teilen Sie uns Ihre innovativen, kirchlichen Projektideen mit. Möglicherweise können wir gemeinsam ein interessantes Projekt in unserer Diözese verwirklichen.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns auf Ihre kreativen Vorschläge.
Um die Weitergabe des Glaubens umsetzen zu können, braucht es gut ausgebildete Seelsorger, die das Evangelium verkünden und eine Brücke in die Gesellschaft sein können. Zur Sicherstellung der Finanzierung ist die Bischof-Moser-Stiftung in finanziell schwierigen Zeiten wichtig und unterstützenswert.